Addis Abeba mit der Bedeutung „Neue Blume“ im Amharischen ist eine rein afrikanische Stadt. Im Unterschied zu der Mehrheit der anderen Hauptstädte auf diesem Kontinent hat ihre Gründung, ihr Wachstum und ihre Entwicklung keinerlei Wurzeln in den Kolonialzeiten. Gegründet 1896 durch den Imperator Menelik II, ist sie die letzte Rechtsnachfolgerin des abessinischen Imperiums, das seine Anfänge im vorchristlichen Aksum hat. Wegen ihres rein afrikanischen Charakters und wegen der glanzvollenTradition Äthiopiens und seiner Hauptstadt wurden sie der Stolz der panafrikanischen Bewegung. Sehr viel prosaischer wird Addis Abeba auch das „größte Dorf Afrikas“ genannt und damit trifft man tatsächlich die Wahrheit.

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Nach dem Fall des Königreichs Aksum im 12. Jahrhundert zogen die Könige aus der Dynastie Zagwe nach Lalibela, südöstlich von Aksum, um. Sie errichteten hier eine blühende, dicht besiedelte Hauptstadt der mittelalterlichen Dynastie. Das früher als Roha bekannte Lalibela verdankt seinen Namen König Lalibela vom Ende des 12. Jahrhunderts. Die Stadt entstand als Neu-Jerusalem. In den damaligen Zeiten waren Pilgerreisen nach dem eigentlichen Jerusalem nicht möglich, da in den Gebieten zwischen ihm und Äthiopien der Islam herrschte. Die Kirchen von Lalibela lassen niemanden gleichgültig. Diese wirkungsvollen Bauten sind in Gänze und in einem Stück aus roter Basaltlava herausgehauen.

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Gondar war zwei Jahrhunderte lang äthiopisches Kultur- und Handelszentrum. Gegründet wurde es 1636 durch Kaiser Fasiledas. Heute ist es bekannt durch seine mittelalterlichen Schlösser, die zum Weltkulturerbe gehören (UNESCO Liste). Derartige Anblicke erwartet man nicht in Afrika. In Europa würden solche Burganlagen mit Sicherheit kein größeres Interesse erwecken, hier scheinen sie einer anderen Welt zu entstammen, geradezu unwirklich. Woher so eine „unafrikanische“ Idee?

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Der See Tana, der größte in Äthiopien, liegt südlich von der Stadt Bahir Dar, der Hauptstadt des Amhara-Gebietes. Gerade dort hat der Blaue Nil seinen Ursprung. Dort macht er sich bereit für seine lange Reise durch die äthiopischen Gebirge und Wüsten des Sudans bis nach Chartum, dann fließt er an den Tempeln von Luxor und dem Tal der Könige vorbei, um über Kairo das Mittelmeer zu erreichen. Der Blaue Nil bringt die größte Wassermenge mit sich, die den Ägyptern die Überlebensmöglichkeit sichert.

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Die Entstehung des Königreichs Aksum im 5. Jahrhundert vor Christus wird meistens als Ausgangspunkt für Erwägungen zur äthiopischen Geschichte angenommen Das Königreich unterhielt in den Zeiten der höchsten Blüte politische und Handelsbeziehungen sowohl mit der griechischen und römischen Welt, aber auch mit Indien und China.

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